Sarkozy greift deutsche Autoindustrie an
„Es gibt von der französischen Seite den massiven Versuch, ihre schlechten Ergebnisse im Markt durch Industriepolitik zu korrigieren.“ Mit diesen deftigen Worten verschaftte sich Matthias Wissmann, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) heute beim fünften VDA-Qualitätsgipfel in München Luft. In einem Brief an den EU-Präsidenten Barroso, der dem VDA zugespielt wurde, hat der französische Staatspräsident Sarkozy kürzlich für die Schadstoffgrenzewerte der Zukunft Forderungen aufgestellt, deren Umsetzung der deutschen Automobilindustrie erheblich schaden würde.
Zwar ist mittlerweile der deutsche Vorschlag offenbar akzeptiert, die Grenzwerte nach dem Fahrzeuggewicht zu staffeln. Doch verlangt Sarkozy Werte, die für die französische Automobilindustrie leicht, für die deutsche aber nur mit erheblichem und teurem Aufwand zu erreichen wären. Danach müsste eine deutsche Premium-Limousine auf das Niveau eines Kleinwagen herunter, während rund ein Drittel der aktuellen französischen Produktion Steuerfreibeträge und ab 2012 sogar Steuerfreiheit erwarten könnte.
Wissmann stellte klar, dass Deutschland mit seiner Position in Europa ziemlich allein dasteht: „Die Zahl unserer Freunde ist klein“. Bereits während der IAA im September in Frankfurt hatte der VDA-Präsident darauf hingewiesen, die zurzeit diskutierte Lösung bedeute, dass die Masse der kleinen Fahrzeuge nicht zu einer besseren Umweltverträglichkeit gezwungen werden. Die jetzt auch von Präsident Sarkozy favoriiserte Maßnahme treffe nur die Hersteller größer Limousinen, bei denen die Deutschen die größten Erfolge bei der Reduzierung des Treibstoffverbrauchs für sich verbuchen können. (ar/Sm)
Quelle: Auto-Reporter.net
30. November 2007 – 18:29