Treibstoffpreise in Deutschland bestimmt die Börse in Rotterdam
In Rotterdam verteuerte sich eine Tonne Ottokraftstoff im Jahresdurchschnitt um 69 Dollar. Diesen Anstieg konnte auch der starke Euro nicht ausgleichen. Hinzu kam an den deutschen Tankstellen die Belastung durch die auf 19 Prozent angehobene Mehrwertsteuer und die Zwangsbeimischung von teurem Ethanol, wobei der Anteil von Bioethanol 2,2 Prozent betrug. Das führte 2007 im Inland dazu, dass Autofahrer im Jahresdurchschnitt sechs Cent pro Liter Benzin mehr bezahlen mussten als im Mittel des Jahres 2006.
Im November begann in weiten Landstrichen ein Preiskrieg, weil zunächst ein Unternehmen bei den Produktqualitäten Normal (91 Oktan) und Super (95 Oktan) zu demselben Preis anbot. Damit bildete es die Situation in Rotterdam ab, denn dort lagen die Preise für beide Qualitäten auf gleicher Höhe. Der Bedarf an Normalbenzin schmolz daraufhin um 6,9 Prozent auf 5,8 Millionen Tonnen, während bei der Superqualität nur ein Minus von 3,3 Prozent zu verzeichnen war. Der preisliche Höhenflug von Normalbenzin in Rotterdam ist ein Ergebnis der starken Nachfrage aus den USA. Mit Zukäufen schwefelarmer Ware aus Europa wurde die schlechte Qualität aus US-Raffinerien ausgeglichen.
Im Gegensatz zum Vorjahr legte der Dieselabsatz nicht deutlich zu, sondern wuchs um lediglich 0,3 Prozent auf 29,2 Millionen Tonnen. Das Anziehen des Produktpreises in Rotterdam um durchschnittlich 54 Dollar die Tonne gegenüber Vorjahr konnte der starke Euro abfedern. In Deutschland wirkten die beiden staatlichen Maßnahmen preistreibend: Die zum Jahresanfang eingeführte Beimischungspflicht der teureren Biokomponenten sowie der um drei Prozentpunkte höhere Mehrwertsteuersatz verteuerten Diesel rechnerisch um sechs Cent pro Liter. Der Anteil der Bio-Komponenten betrug bei Otto- und Dieselkraftstoffen insgesamt sieben Prozent.
Im Jahresdurchschnitt kostete Brent-Rohöl in Rotterdam 72 Dollar pro Barrel (159 Liter). Betrug sein Preis im Januar noch 54 Dollar pro Barrel, waren es im Juli schon 77 Dollar. Nach einem Rückgang des Preises im August auf 71 Dollar erreichte der Preis einen neuen Rekordstand im November mit 93 Dollar für das Barrel und schloss im Dezember um die 90 Dollar.
Eine fast analoge Entwicklung zeigte der Dieselpreis in Rotterdam, der von 515 Dollar die Tonne im Januar auf 677 Dollar im Juli kletterte. Nach einem Rückgang um 20 Dollar im August, schoss der Preis im November auf einen Rekordstand von über 904 Dollar pro Tonne. Zum Jahresende lag der Preis bei 840 Dollar die Tonne, so dass das Produkt im Jahresdurchschnitt 663 Dollar pro Tonne kostete. Das sind gegenüber Vorjahr 54 Dollar mehr. An den deutschen Tankstellen spiegelten sich diese Trends wider.
Abgekoppelt vom Rohölpreis zeigten sich in Rotterdam die Benzinpreise. In einer wahren Achterbahnfahrt entwickelten sich die Preise von 493 Dollar die Tonne im Januar bis zum Jahreshöchststand von 833 Dollar, der im November erreicht wurde. Im Jahresmittel mussten 687 Dollar pro Tonne bezahlt werden: Am achten November erreichte Benzin sowohl in Rotterdam mit 870 Dollar pro Tonne seinen Höchstpreis als auch an den deutschen Stationen mit 1,46 Euro pro Liter. (ar/Sm)
Quelle: Auto-Reporter.net
28. December 2007 – 17:21